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Solar-Zeitalter

29 September 2009

In der Türkei bricht das Solar-Zeitalter an.

sonneZurzeit liegt das Gesetz dem türkischen Parlament zur Unterzeichnung vor. Im Oktober 2009 soll es ratifiziert werden und dann den Markt für Wind- und Solarenergie beflügeln.

Das türkische Energieministerium hat im Januar 2009 angekündigt, mit einer „Straßenkarte“ für die Sonnenenergie die Stromerzeugung mit Photovoltaik-Anlagen gezielt zu fördern. Mit einer durchschnittlichen Sonnenscheindauer von 2.640 Stunden im Jahr oder 7,2 Stunden am Tag besitzt die Türkei nach Angaben des staatlichen Instituts für Studien zur Elektrizitätserzeugung (Elektrik Isleri Etüt Idaresi, EIE) das Potenzial, jährlich rund 380 Mrd. kWh aus dieser Quelle zu erzeugen.  Erster Schritt der neuen Strategie ist ein Solarenergie-Potenzial-Atlas (Günes Enerjisi Potansiyel Atlasi, GEPA), der bis Ende 2009 beim EIE erarbeitet wird. Eine Vorabversion ist bereits im Internet einsehbar.

Von zentraler Bedeutung für die ausgedehntere Nutzung der Sonnenenergie ist die Änderung einiger Paragraphen in relevanten Gesetzen. Wesentliches Hindernis ist bisher die im Gesetz für Erneuerbare Energien (Nr. 5346) vorgesehene Einspeisevergütung.  Sie ist festgelegt auf die Höhe des Durchschnittspreises der Großhandelspreise für Elektrizität des Vorjahres, zuzüglich eines maximalen Zuschlags von 20%. Dieser Durchschnittspreis lag 2007 bei 9,67 YKr (4,96 Euro-Cent, bzw. unter Hinzurechnung des Zuschlags 5,95 Euro-Cent) pro kWh. Dies reicht bei den gegenwärtigen Kostenrelationen nicht aus, um zusätzliche Investitionen größeren Umfangs auszulösen.

Die Häuser der staatlichen Wohnungsbaugesellschaft TOKI sollen Solarkollektoren zur Stromerzeugung erhalten. Einem Protokoll zur zukünftigen Entwicklung zufolge will das türkische Energieministerium die Anlagen auf den Dächern der Häuser des sozialen Wohnungsbaus anbringen. Primär soll die Nutzung der Sonnenenergie den Bewohnern aus unteren Einkommensschichten preiswerten Strom zur Verfügung stellen. Überschüssige Produktion könnte zudem ins Netz eingespeist werden und so die Kosten weiter senken.  Grundlage ist das Gesetz Nr. 5784 zur Regelung des Strommarktes, das die Zulassung von kleinen Einheiten zur Erzeugung von Elektrizität bis zu 500 kW erleichtert.

In einem Strategischen Plan 2009 bis 2013, den das EIE für das türkische Energieministerium erarbeitet hat, ist unter dem Teilziel 1.8 neben dem Potenzialatlas auch die Errichtung von Pilotanlagen in den südlichen Landesteilen vorgesehen, die eine Kapazität von 10 bis 20 MW haben sollen. Federführend ist der staatliche Stromerzeuger EÜAS.  Insgesamt sind im Budget des Planes rund 4,5 Mio. TL für den Unterpunkt 1.8 eingestellt.

Die Türkei besitzt aufgrund ihrer geographischen Lage sehr gute Bedingungen für die Nutzung von Sonnenenergie. Die im Gesetz über erneuerbare Energien vorgesehene Einspeisevergütung ist derzeit allerdings noch zu gering, um der Photovoltaik zu einer weiteren Verbreitung zu verhelfen. Üblich ist dagegen im Süden der Türkei die Erhitzung von Wasser mit auf den Dächern aufgestellten solarthermischen Einheiten. Das Energieministerium hat im Januar 2009 einen Plan zur Förderung der Sonnenenergie vorgelegt.

Das neue Gesetz sieht unter anderem vor, dass jeder Haushalt Sonnenenergie-Strom selbst erzeugen darf. Auf den Dächern oder an den Außenwänden der Häuser dürfen zur Stromerzeugung, Solareinheiten angebracht werden. Es gibt eine Faustformel zur Errechnung der Fläche:pro Person 1,2 bis 1,5 m² Fläche für den Eigenverbrauch ohne Genehmigung. Ab 500 Kilowatt ist dies nur durch eine Genehmigung möglich. Bei dieser Größenordnung (500 Kilowatt) können ca. 150 Wohnungen mit Solarstrom versorgt werden.

Bei Einspeisung in das örtliche Netz, sieht der Gesetzentwurf zurzeit eine Vergütung von 25 – 35 Cent pro kw/h vor.
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