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Wiedersehen mit Pamukkale

7 Oktober 2010

Pamukkale – och….

Schliesslich gehört der Ausflug zu diesem Naturwunder zu jeder „Eine Woche All inclusive Tchibo Reise“, meist in der kalten  Jahreszeit bei schlechtem Wetter.

Raubbau am Thermalwasser und rücksichtsloser Massentourismus haben das UNESCO-Weltnaturerbefast zerstört.

Dass sprichwörtliche „Watteweiss“ des „Baumwollschlosses“ drohte Ende der Neunziger zu vergilben und die Terrassen waren verschmutzt und überfrequentiert. Dann begann das Umdenken, das nun erste Erfolge erkennen lässt.
Mike Wilutzki hat den Wandel der Zeit in mehreren Besuchen in Pamukkale in den letzten 40 Jahren erlebt und schreibt über seine Erfahrungen.

Ein etwas anderer Reisebericht.

Wir sind auf Fahrt in den Westen der Türkei.
Nicht im Tourenbus und betreut durch einen Reiseleiter, sondern unterwegs im Mietwagen: frei und ungebunden.
Nach sechs Stunden geruhsamer Fahrt von Alanya grüßt uns der baumwollweiße Hang von Pamukkale schon über eine weite Entfernung – und alte Erinnerungen werden bei mir wach.
„Verweile doch, Du bist so schön“, könnte man in diesem Augenblick beim Anblick der Sinterterrassen am Fuße der Cökelez-Berge im Abendlicht bei Gewitterstimmung ausrufen.
Eine unbeschreiblich schöne Lichtstimmung verzaubert die Terrassen in eine romantische Theaterszene.
Den Aufenthalt deshalb hier zu verlängern, vielleicht einen kleinen Urlaub einzuschieben, diese Möglichkeit ergibt sich, wenn man nicht in das Tagesprogramm einer Reisgruppe eingebunden ist.
Und wir tun das, nachdem wir in Pamukkale Köy eine kleine gastliche „Pansiyon“ gefunden haben. Übernachtung mit Frühstück: 50 TL für zwei Personen im Doppelzimmer.
Etwas teurer wäre es in Karahayit geworden, wo die Tourenhotels der gehobenen Klasse auf die Touristenbusse warten.
Bei meinem ersten Besuch in den sechziger Jahren gab es diese Unterkünfte noch nicht.
Der bescheidene Tourismus wurde von Denizli aus organisiert.
Dafür konnte man überall dort baden, wo sich eine „Sinterschüssel“ gebildet hatte.
Die Touristen brachen Kalksteine als Mitbringsel aus dem Hangverbund heraus, meißelten ihre Namen in das weiße Gestein und beschädigten die Terrassen mit ihrem groben Schuhwerk.
Niemand hinderte sie daran.
In der antiken Quelle, wo das 35°C heiße Wasser austritt, badeten wir damals inmitten türkischer Familien in freundschaftlicher Eintracht.
Heute findet sich hier ein eingezäuntes Luxus- Bad, dessen Benutzung 20 TL kostet.
Bei unserem zweiten Besuch im Jahre 1968 übernachteten wir direkt neben der Quelle im Hotel TUSAN, das seinen Pool mit heißem Quell-Wasser versorgte.
Das so abgekühlte Wasser konnte beim Abfluss am Hang keinen Kalk mehr absondern.
Die Folge war ein langsamer Rückgang der Versinterung und eine nachhaltige Schädigung dieses Naturwunders. Als noch mehr Hotels oberhalb der Terrasse gebaut wurden, beschleunigte sich dieser Vorgang.
Die Folgen sahen wir 1977, als wir das „Baumwoll-Schloss“ nicht wiedererkannten.
Über weite Flächen war der Abhang gelb-grau geworden. Der chemische Prozess der Versinterung, der schon in antiker Zeit die Menschen angelockt hatte und zur Gründung der Stadt HIERAPOLIS führte, hatte aufgehört.
Der Mensch in seiner Maßlosigkeit und sein fehlender Respekt vor einmaligen Naturschöpfungen hatten Pamukkale zerstört. Die Frage ist deshalb berechtigt, ob es erst soweit kommen musste.
Als Folge der Zerstörung von Pamukkale gab es weltweiten Protest von Umweltorganisationen und Naturliebhabern.
Der Druck wurde schließlich so groß, dass die Verantwortlichen zügig handelten.
Die Luxus-Hotels wurden abgerissen und im Jahr 2000 war die Fläche oberhalb des Hangs wieder frei von moderner Bebauung.
Pamukkale wurde schließlich zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.
In der Folgezeit installierte man ein klug organisiertes System wechselnder Abflussrhythmen, so dass sich auch seitwärts gelegene Hanglagen wieder weiß einfärbten.
Der Prozess der Erneuerung ist noch nicht abgeschlossen.
Der eingeschlagene Weg jedoch erscheint ohne jeden Zweifel erfolgversprechend.
Wir empfehlen den Besuch der Sinterterrassen vom Fuß des Hanges aus (neben der Polizei-Station). Von dort gelangt man nach Passieren der Eingangssperre (20 TL) auf einen Weg, den alle Besucher gehen müssen. Natürlich barfuß.
Die Schuhe im Rucksack, die Kamera fest im Griff – und ja nicht ausrutschen!
Schritt für Schritt geht es in engem Fußkontakt mit dem Sinterkalk durch das abfließende Wasser. Es ist ein Erlebnis der besonderen Art.
Der Vergleich mit einer Gletscherwanderung erscheint angebracht.
Doch ist es viel wärmer, und die Ausblicke in die grüne Talebene offenbaren eine großartige Landschaft.
Es ist Sonntag und wir wandern zusammen mit türkischen Familien auf dem Sinterpfad.
Zu den fröhlich gestimmten Türken gibt es immer wieder einen herzlichen Kontakt .
Auch sie sind beglückt von diesem Naturwunder und auch irgendwie stolz, dass es in ihrem Land zu finden ist.
Oben angekommen, sehen wir sofort den Unterschied zu 1977.
Die gesamte Fläche ist ein eindrucksvoller, sehr gepflegter Park geworden.
An der Traufkante gibt es einen hölzernen Gehweg.
Wer von dort übermütig die Sinterterrasse betritt, wird sofort zurückgepfif- Gegenspielers zu sehen, wenig später im Reigen der Musen …
Wer sich in den Ruinen von Hierapolis verliert, wird schnell die Zeit vergessen, denn es ist viel zu sehen: Neben dem imposanten Theater aus der Zeit Hadrians sollte man unbedingt die Nekropole,  das Nymphäum und die Agora ausgiebig besichtigen.
Gleich an der Nekropole stehen die gewaltigen Bögen der „Roten Basilika“.
Sie sind für mich immer wieder faszinierender Beweise für die überragenden Leistungen der römischen Baumeister.
Sicher hat das alte Hierapolis viel Geld mit dem „Pilgertourismus“ verdient.
Es gab jedoch noch eine zweite nicht weniger wichtige Einnahmequelle in dieser Stadt.
Das sprudelnde Thermalwasser hatte die besten Eigenschaften, um Wolle zu waschen und zu färben.
So entwickelte sich Hierapolis schon früh zu einem antiken Textilzentrum, dessen feine Stoffe auch die Schultern römischer Senatoren im fernen Rom bedeckten.
Die Qualität dieser Produkte war in ganz Kleinasien bekannt und begehrt und vermehrte den Reichtum römischer Bürger.
Hierapolis war eine kosmopolitische Stadt, in der Anatolier, griechische Mazedonier, Römer, Juden und später Christen lebten.
An sie erinnert eine Gedächtniskirche an das Martyrium des „Heiligen Philippus“, der von den Römern wegen seines missionarischen Wirkens 87 n. Chr. gekreuzigt wurde.
Er hatte in der Stadt die erste christliche Gemeinde gegründet und damit gegen römisches Recht verstoßen.
Der achteckige Bau der Erinnerungs-Kirche aus dem 5. Jahrhundert gilt als Maßstab.
Die deutschen Archäologen der frühen Forschungsphase sind von den Italienern abgelöst worden.
Auf unserem Rückweg sehen wir überall Zeichen intensive Grabungsarbeiten
auf dem Gelände.
Wir werden wohl in nächster Zeit sicher noch mehr erfahren über diese antike Stadt und ihre Bewohner.
Man darf gespannt sein, was uns die Wissenschaftler noch erzählen werden.
Schon aus diesem Grund sollten wir noch einmal hierher kommen.
Text: Mike Wilutzki

Volksabstimmung in der Türkei

14 September 2010

Türken stimmen für Erdogans Verfassungsreform

Bei der Volksabstimmung in der Türkei hat eine deutliche Mehrheit der Wähler für die Reform der türkischen Verfassung gestimmt.
Das ergab die Auszählung von knapp 90 Prozent der Stimmen.
Demnach votierten knapp 60 Prozent für eine Modernisierung des Rechtssystems.

Die Türken haben sich in einer Volksabstimmung mit deutlicher Mehrheit dafür ausgesprochen, ihre Verfassung zu reformieren. So ergab sich, dass rund 60 Prozent der Türken für die Änderung von 26 Artikeln der Verfassung.
Besonders hoch war die Zustimmung im Osten der Türkei, in den Kurdengebieten des Landes.
Dort hatten kurdische Parteien und Gruppen die Bevölkerung aufgerufen, die Abstimmung zu boykottieren.
Auch in der Hauptstadt Ankara stimmten etwa 57 Prozent für „Ja“, in Istanbul waren es rund 56 Prozent.

Auswirkungen der Reform:

Durch die Reform werden zahlreiche Bürgerrechte verbessert.
So gibt es mehr Datenschutz und Rechte für Randgruppen sowie ein besseres Streikrecht.

Das türkische Militär verliert weiter an Einfluss.
Die noch lebenden Putschgeneräle von 1980 können künftig vor Gericht gestellt werden; außerdem werden die Befugnisse der Militärgerichte eingeschränkt.
Und schließlich bekommt das türkische Parlament mehr Einfluss bei der Auswahl der obersten Richter des Landes.
Besonders dieser Punkt war im Vorfeld der Volksabstimmung höchst umstritten.

Erdogan:
 
„Land wird demokratischer und europäischer“

Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatte betont, das Land werde durch die Justizreform demokratischer und europäischer.
Die Opposition hatte argumentiert, dieser Teil der Verfassungsreform schwäche die Gewaltenteilung.
Für Erdogan von der religiös-konservativen AKP ist der Ausgang des Referendums ein Erfolg. Er hatte in den vergangenen Wochen die gesamte Türkei bereist und mit großem Elan Wahlkampf für die Verfassungsreform gemacht. Vor der Abstimmung hatte er bereits angekündigt, dass er im kommenden Jahr weitere Teile der türkischen Verfassung reformieren wolle.

Niederlage für politischen Gegner Kilicdaroglu:

Für Erdogans politischen Gegner, den neuen Vorsitzenden der streng kemalistisch orientierten CHP, Kemal Kilicdaroglu, bedeutet das Abstimmungsergebnis eine Niederlage.
Er hatte die Bevölkerung aufgefordert, Regierungschef Erdogan durch ein „Nein“ einen Denkzettel zu verpassen.
Beobachter rechnen damit, dass die Grabenkämpfe zwischen Regierung und Opposition weitergehen werden.
Nächstes Jahr stehen in der Türkei Parlamentswahlen an – auch hier dürfte es einen emotionalen Wahlkampf geben.

Verfassungsbeschwerde als neues Recht der Türken:

Die geplanten Änderungen der türkischen Verfassung betreffen 26 Artikel.
Es geht vor allem um eine Reform des Justizwesens.
Die Neuerungen betreffen nicht nur Richter und Militärs, sondern sehen auch die Einführung einer Verfassungsbeschwerde vor.
Entsprechend der aus dem deutschen Grundgesetz bekannten Verfassungsbeschwerde soll ein Individualbeschwerderecht für Bürger bei Grundrechtsverletzungen durch den türkischen Staat eingeführt werden.
Wer das Verfassungsgericht anrufen will, weil er sich in seinen von der türkischen Verfassung oder der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) garantierten Grundrechte verletzt sieht, muss zuvor den Rechtsweg ausgeschöpft haben.

Stärkere Justiz zur besseren Kontrolle:
 
Mit der Einführung einer Verfassungsbeschwerde soll die Anzahl der Richter des Verfassungsgerichts von derzeit elf auf 17 erhöht werden.
Zudem sollen die Ernennungsmodalitäten für die Richter geändert werden:
Neben den insgesamt 14 vom Staatspräsidenten aus den Vorschlagslisten verschiedener Institutionen auszuwählenden Verfassungsrichtern sollen erstmals auch drei Verfassungsrichter direkt vom Parlament gewählt werden können.
Schließlich soll die Amtszeit der Verfassungsrichter, die ihr Amt bislang von ihrer Ernennung bis zur Pensionierung ausübten, auf zwölf Jahre beschränkt werden.

Die Anzahl der Mitglieder des Hohen Rates der Richter und Staatsanwälte soll von derzeit sieben auf 22 erhöht werden.
Dieser Hohe Rat fungiert als oberster Garant der Unabhängigkeit der Gerichte und ist unter anderem für die Ernennung, Beförderung und Abberufung aller Richter und Staatsanwälte sowie für deren sachlichen und örtlichen Einsatzbereich zuständig.
Grund für die Aufstockung ist eine Erweiterung der Kompetenzen des Rates.
Dieser soll in Zukunft auch dafür zuständig sein, die Arbeit der Richter und Staatsanwälte auf ihre Rechts- und Gesetzeskonformität hin zu überwachen.
Damit einhergehend sollen die Modalitäten zur Ernennung der Mitglieder geändert werden.
Die zusätzlichen Mitglieder sollen nicht vom Staatspräsidenten berufen, sondern von den Generalversammlungen der obersten Gerichte, der Justizakademie sowie anderen Richtern und Staatsanwälten gewählt werden.

Neue Regeln für hohe Militärs:

Entgegen der bisherigen Rechtslage ermöglicht es die Verfassungsänderung erstmals, auch die oberste Militärgeneralität vor Gericht zu stellen.
Demnach werden sich künftig auch Mitglieder des Generalstabs wegen der Begehung von Straftaten vor dem Obersten Staatsrat verantworten müssen.
Diese Änderung ist insbesondere gegen die am Militärputsch von 1980 beteiligten Generäle gerichtet.
Sie wirft jedoch das Problem auf, dass deren Straftaten je nach Delikt und Tatzeit bereits verjährt sein könnten, wenn die entsprechende Verfassungsänderung in Kraft tritt.

In Abkehr der bisherigen Regelungen zur sachlichen Zuständigkeit der Gerichte soll die Zuständigkeit der Militärgerichte künftig auf die Verfolgung von Militärstraftaten von Militärangehörigen in Ausübung und in Zusammenhang mit ihrer dienstlichen Tätigkeit beschränkt werden.
Damit unterlägen alle anderen Straftaten von Angehörigen des Militärs – insbesondere auch solche, die die nationale Sicherheit betreffen (wie Volksverhetzung oder Planung eines Putsches) – der ordentlichen Gerichtsbarkeit.
Diese Verfassungsänderung will verhindern, dass Militärgerichte –  wie bereits mehrfach geschehen – Verfahren an sich ziehen und rechtswidrig einstellen, in denen gegen Militärangehörige wegen Planung eines Putsches ermittelt wird.

Mehr Volksnähe:

Schließlich soll das Amt eines Ombudsmanns eingerichtet werden, der für Beschwerden der Bürger im Umgang mit der staatlichen Verwaltung zuständig ist.
Diese Institution gibt dem Bürger ein weiteres Instrument, sich gegen rechtswidriges Handeln und staatliche Willkür zur Wehr zu setzen.

Der Fastenmonat – Ramazan Bayrami oder Seker Bayrami

3 September 2010

Der Ramazan ist fast überstanden und das bei Kindern besonders beliebte Zuckerfest steht vor der Tür.
Noch gilt es, die letzten Tage zu „überstehen“, die zudem noch als die wichtigsten im Fastenmonat gelten, dazu dieser Zeit der Koran seiner Vollendung entgegen ging.
Nach Abschluss der Fastenzeit darf dann gefeiert werden.
Bei allen Besuchen, aber auch in Geschäften, Büros und überhaupt überall, wo Leute sich aufhalten, stehen große Schüsseln mit Bonbons und Zuckerzeug bereit.
Darum heisst es ja auch überall in der Türkei Zuckerfest.
Wenn Sie sich zur Zeit des Zuckerfestes in einer eigenen oder gemieteten Wohnung in der Türkei aufhalten, ist es ein guter Rat, auch so eine Bonbonschüssel bereit zu halten.
Denn es ist damit zu rechnen, dass es öfter einmal an Ihrer Türe klingelt: Kinder, mit Türen „bewaffnet“ wünschen Ihnen „Bayraminiz mübarek olsun“ (Der Feiertag soll gesegnet sein“) oder einfach „ Bayramin kutlu olsun“ oder „Iyi bayramlar“ (Frohes Fest!“) und erwarten als Dankeschön ein Bonbon.
Geld ist – zumindest beim Sammeln nicht üblich.
Dieses Jahr fällt der erste Feiertag auf einen Donnerstag, das bedeutet für die mit Feiertagen und Urlauben nicht gerade gesegneten türkischen Arbeitnehmer ein langes Wochenende, das viele dazu nutzen, entweder Familie in anderen Städten zu besuchen oder – auch das hat man von Europa übernommen – dem Feiertagsstress zu entfliehen.

Was ist das Zuckerfest?

Das Zuckerfest (türkisch: Seker Bayrami oder Ramazan Bayrami, ist ein islamischer Feiertag, an dem das Ende des Monats Ramadan bzw. das Ende des Fastens gefeiert wird.
Das arabische id al-fitr bedeutet „Das Fest des Fastenbrechens“.
Das Zuckerfest ist nach dem Opferfest der zweitwichtigste Feiertag der Muslime.

Traditionell werden an den Feiertagen Familie und Freunde besucht, wobei der erste Tag meist den Eltern und ältesten Familienmitgliedern vorbehalten ist. Je älter das Familienmitglied, desto mehr Besuch bekommt es.
Der zweite Tag ist dann meist Geschwistern vorbehalten und der dritte Tag, wenn man den Besuchsmarathon dann immer noch nicht satt hat, werden Freunde besucht.
Am ersten Morgen des Zuckerfests besucht die gesamte Familie die Moschee, um dort das gemeinsame und besondere Gebet dieses Festtages zu zelebrieren.
Der restliche Tag wird genutzt, um die Verwandtschaft zu besuchen.
Dabei werden süße Gerichte gereicht und eine Menge Süßigkeiten verteilt (z.B: Sade Lokum) und gegessen.

Man macht sich gegenseitig und oftmals auch den Bedürftigen Geschenke.
Viele Frauen verzieren ihre Hände mit Henna. Sowohl die Männer als auch die Frauen ziehen sich besonders schöne oder neue Kleidung an.
Man macht sich gegenseitig und oftmals auch den Bedürftigen Geschenke. Besonders die Kinder freuen sich, denn sie bekommen nach einem respektvollen Gruss, immer etwas Geld zugesteckt.

Das Zuckerfest:

Der Ramazan ist fast überstanden und das bei Kindern besonders beliebte Zuckerfest steht vor der Tür.
Noch gilt es, die letzten Tage zu „überstehen“, die zudem noch als die wichtigsten im Fastenmonat gelten, da zu dieser Zeit der Koran seiner Vollendung entgegen ging.
Nach Abschluss der Fastenzeit darf dann gefeiert werden.
Bei allen Besuchen, aber auch in Geschäften, Büros und überhaupt überall, wo Leute sich aufhalten, stehen große Schüsseln mit Bonbons und Zuckerzeug bereit.
Darum heisst es ja auch überall in der Türkei Zuckerfest.

Ramazan Bayram

Bei großen Familien kommt da schon einiges zusammen. Immer häufiger wird auch, wie beim Weihnachtsfest, Spielzeug geschenkt. Der zunehmende Konsumcharakter bietet auch hier in der Türkei Anlass zu Kritik.
Vorbereitungen:
Schon tagelang vorher wird geputzt und geschrubbt, oft sogar renvoviert oder neue Teppiche und Gardinen angeschafft.

Jeder Türke und jede Türkin verfällt vor Bayram dem Zwang, dass in der Wohnung unbedingt etwas Neues sein muss, am besten im Wohnzimmer, wo es viele Besucher sehen.
Gefühlsmässig werden an den Tagen vor den Feiertagen etwa 80% des Jahresumsatzes an Zuckerzeug verkauft, alle Geschäfte bieten die süssen Kleinigkeiten gleich lose als Kiloware an.
Dass eine Hausfrau 5 Kilo oder mehr Bonbons und Pralinen nach Hause schleppt, ist keine Seltenheit.
Ganz wichtig ist auch die Zubereitung von süssen Kleinigkeiten, Kuchen und Kurabiye, kleinen Plätzchen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass klassische Weihnachtsplätzchen bei türkischen Festtagsbesuchern der Knaller sind, besonders die guten alten Vanillekipfel, Spritzgebäck und Terrassenplätzchen.
Aber auch der eine oder andere herzhafte Snack, wie Pogaca (herzhafte Hefebrötchen) oder gefüllte Weinblätter werden gerne genommen – und natürlich der unvermeidliche Tee, alternativ türkischer Kaffee.
Zum Abschluss des Besuchs werden Früchte angeboten – meist wird das als Signal zum Aufbruch verstanden.
Man sollte daher etwas Fingerspitzengefühl zeigen, denn wenn man sie zu früh serviert, ist das ein gepflegter Rausschmiss,
serviert man sie zu früh, bringen Sie die Gäste in Verlegenheit, selbst gehen zu „müssen“.

Servieren Sie doch Ihren türkischen Gästen einen bunten Teller,
auch wenn Ihnen selbst das etwas merkwürdig vorkommt -Weihnachtsplätzchen mitten im türkischen Hochsommer.

03.09.2010 Ein Beitrag von Tuerkismagazin Alanya

Es gibt Sachen, die Glaubt man nicht!

18 August 2010

Es gibt Dinge, die muss man gesehen haben, sonst glaubt man sie nicht.

Aus diesem Grund machten wir uns selbstverständlich an diesem 12. Juli nach Gazipasa auf, um uns den (nicht mehr so) nagelneuen Flughafen einmal von innen anzusehen und vor allem: bei der Landung des ersten planmässigen und (entgegen anderslautender Berichte) auch buchbaren Flugzeugs live und in Farbe dabei zu sein. Interessant ist es allemal, schliesslich kommt man nicht allzuoft auf das Rollfeld eines Flughafens, sei er auch noch so klein.

Seit Jahren geistert er durch die Lokalpresse und Tourismus- wie Maklerseiten.

„Der Flughafen Gazipasa.“

Von hochfliegenden Plänen – es wird ein internationaler Airport, der Antalya Konkurrenz machen wird – bis zu absoluter Lächerlichmachung – es wird höchstens ein Modellflugplatz – war in den vergangenen Jahren alles dabei.
Die Wahrheit liegt wie immer wohl irgendwo in der Mitte.
Selbst wenn es keine internationalen Flüge geben sollte, kann der Flughafen doch ein sehr sinnvoller Zubringer z.B. nach Istanbul, Ankara und in die wichtigsten Ausflugsziele der Türkei werden – so sind z.B. Flüge nach Nevsehir (Kappadokien) geplant.

Von der Betreibergesellschaft TAV und Borajet wird eine jährliche Kapazität von 500.000 Fluggästen angestrebt.
Dafür ist aber im Moment das Flugnetz noch viel zu dünn , es geht derzeit wochentags je ein Flug um die Mittagszeit nach Istanbul.
(Sabiha Gökcen – alle wichtigen Fluglinen nach Europa landen hier, u.a. Öger, Condor, Sky und Pegasus) und nach Ankara und morgens wieder zurück. Am Wochenende gibt es keine Flüge.

Der Flughafen wird sicher in absehbarer Zeit ein Inlandsflughafen bleiben,
aber bei geschickter Anbindung (und Preispolitik) dürfte auch das eine Aufwertung der Region bedeuten.

Zwischenzeitlich wurde auch der reguläre Flugverkehr nach Ankara aufgenommen.
Nun: „der große Tag“ Mit auf dem 1,5 stündigen Flug waren Bürgermeister und Landrat von Gazipasa,
Kerim Aydogan von der Handelskammer Alanya und auch viele Gäste, die sich den Jungfernflug nicht entgehen lassen wollten und ein Ticket gekauft hatten.

Auffällig war, dass sonst keine Amtsträger von Alanya an Bord der Maschine oder am Flughafen waren. Insbesondere Bürgermeister Sipahioglu war hier in der Kritik, auch Es gibt Dinge, die muss man gesehen haben,
sonst glaubt man sie nicht:
aus diesem Grund machten wir uns selbstverständlich an diesem 12. Juli nach Gazipasa auf, um uns den (nicht mehr so) nagelneuen Flughafen einmal von innen anzusehen und vor allem: bei der Landung des ersten planmässigen und (entgegen anderslautender Berichte) auch buchbaren Flugzeugs live und in Farbe dabei zu sein.
Interessant ist es allemal, schliesslich kommt man nicht allzuoft auf
das Rollfeld eines Flughafens, sei er auch noch so klein.

Mevlüt Çavusoglu, aus Alanya stammender Präsident des Europarates,
glänzte durch Abwesenheit, genauso wie die Vorsitzenden der Tourismusvereinigungen.
Am Flughafen Gazipasa wurden die Reisenden von vielen Zaungästen begrüsst, die es sich nicht entgehen lassen wollten, die Landung mit eigenen Augen zu sehen.
Die Landung und das Ausrollen auf der kurzen Bahn schien sehr unspektakulär,
was auch die entspannten Gesichter der Passagiere widerspiegelten.
Übrigens ist das „Spalier“ der Feuerwehren und der Wasserstrahl ein
netter Brauch bei einer „Erstlandung-kein Notfall….

Wir haben mit dem Passagier gesprochen, der betont, das erste Ticket überhaupt für diesen Flug gekauft zu haben:
Atila Günkaya, Geschäftsführer der Makler- und Baufirma Multivilla.
Er sagte gegenüber dem Türkis Magazin:
„Der Flug war kurz und entspannt, die Maschine ist ganz ruhig geflogen.
Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass die Landebahn zu kurz war,
wir haben ja schon nach etwas mehr als der Hälfte gestanden!
Es war ein wirklich bequemer Flug und ich werde das sicher noch öfter nutzen – „geschäftlich und privat“.

Herr Günkaya wurde übrigens am Eingang von der ganzen Familie erwartet…Borajet.
Borajet ist noch eine sehr junge Fluglinie, die erst 2008 gegründet wurde.
Angeflogen werden derzeit nur innertürkische Flügen mit insgesamt 4 Flugzeugen des gleichen Typs.
Eine Spezialität der Linie sind Businesssprich Privatflüge.
Laut Firmeninformation ist noch für 2010 die Aufnahme internationaler Flüge geplant, auch hier zunächst im Business-Bereich.

Das Türkis Journal stellt sich vor

2 August 2010

Das Türkis Magazin ist eine Kombination aus einem  Nachrichtenteil mit Schwerpunkt Türkische Riviera, einem TV-Magazin für deutschsprachige TV-Kanäle aus Europa und der Türkei und einem Magazinteil.

Der Magazinteil wird unseren Lesern – Ihren Kunden – viel Information bieten.

Für Urlauber gibt es interessante Informationen rund um das Reisen in der Türkei. Ein weiterer Schwerpunkt sind Informationen und Nachrichten für Auswanderer und Langzeiturlauber, z.B. über Formalitäten im täglichen Papierkrieg mit den türkischen Behörden, wenn ein Visum beantragt werden soll, ein Auto gekauft oder die gesetzliche Krankenversicherung in Anspruch genommen werden soll.

Bei den behördlichen Informationen arbeitet die Redaktion eng mit der Stadtverwaltung Alanya und dessen Ausländerbeirat zusammen, sodass die Leserinnen und Leser im Türkis Magazin verlässliche und richtige Informationen finden können. So können die einzelnen Ausgaben als eine Art Nachschlagewerk und nicht zuletzt auch als Reiseführer genutzt werden. Auch das geplante Branchenverzeichnis wird ganz sicher dazu beitragen, dem Türkis Magazin einen bleibenden Wert zu geben.

Für Sie als Anzeigenkunde hat das den unschätzbaren Vorteil, dass für viele Käufer der Zeitung ein großer Anreiz besteht, das Magazin zu sammeln und nicht direkt nach dem Lesen zu entsorgen. Ihre Anzeige wird für lange Zeit beim Kunden präsent bleiben, umso mehr, je länger Sie inserieren.

Jedes Unternehmen, das über einen gewissen Zeitraum einen Anzeigenplatz abonniert, wird mindestens einmal im Quartal redaktionell vorgestellt und es wird professionell darüber berichtet. Selbstverständlich sind Reporter des Magazins auch bei allen großen und kleinen Events und Veranstaltungen im Bereich zwischen Antalya und Anamur vor Ort.

Auch unsere Internetseite www.tuerkisjournal.com wird dazu beitragen, dass Ihre Anzeigen eine gute Resonanz erhalten werden. Diese wird regelmäßig gepflegt und durch die enge Verknüpfung mit weiteren, attraktiven und gut besuchten Internetangeboten der Redakteure einen hohen Traffic erzielen.

ZIELGRUPPE

Deutschsprachige Residenten und Urlauber an der Türkischen Riviera.
Der Altersdurchschnitt unserer Leser liegt etwa bei Mitte 40 und ist in der Regel finanziell gut gestellt und besonders an individuellem Reisen interessiert.

Martina Yaman
Leitung Redaktion
Türkis Magazin

Türkei im Wachstumsrausch

29 Juli 2010

Die türkische Wirtschaft gibt Vollgas. Nachdem das Bruttoinlandsprodukt (BIP) bereits im letzten Quartal des Krisenjahres 2009 um sechs Prozent gewachsen war, legte es in den ersten drei Monaten 2010 gegenüber dem Vorjahr um 11,7 Prozent zu.
Damit dürfte das Land das bisher von der Regierung bei 3,5 Prozent angesetzte Wachstumsziel deutlich übertreffen.
Der Internationale Währungsfonds setzte seine Wachstumsprognose bereits auf 6,3 Prozent herauf, die Industrieländerorganisation OECD stellt der Türkei ein Plus von 6,8 Prozent in Aussicht.
Der Aufschwung stützt die Ambitionen des islamisch-konservativenPremiers Tayyip Erdogan, die Türkei zur Führungsmacht im Nahen Osten aufzubauen.

2009 war die türkische Wirtschaftsleistung infolge der globalen Krise um
4,7 Prozent eingebrochen.
Von größeren Verwerfungen blieb das Land allerdings verschont. Vor allem das Bankensystem erwies sich als stabil.

Kein Kreditinstitut rutschte in die roten Zahlen oder musste Staatshilfen
in Anspruch nehmen – ein Ergebnis der strikten Regulierung des Bankensektors, die nach der türkischen Finanzkrise von 2001 auf Druck des Internationalen Währungsfonds umgesetzt wurde.
Von der Rezession blieb die Türkei zwar nicht verschont, aber um gegenzusteuern, senkte die Zentralbank die Zinsen auf ein historisches Tief, und der Finanzminister nahm die Verbrauchsteuern auf  Autos und Hausgeräte zurück.
Das kurbelte die Binnennachfrage an.
Ein weiter Aktivpunkt ist der Tourismus – in diesem Jahr wird eine starke
Steigerung gegenüber den Krisenjahren 2008/2009 erwartet.

Wichtigste Säule des Aufschwungs ist aber der Export, der im ersten Quartal um 22,4 Prozent zulegte. Wichtigster Handelspartner sind die EU-Staaten, wo die türkischen Exporteure 40 Prozent ihrer Waren absetzen.
Neben traditionellen Exportgütern wie Textilien und Nahrungsmitteln liefert die Türkei zunehmend Autos, Kfz-Komponenten, Hausgeräte und Unterhaltungselektronik nach Europa.

Eine immer größere Rolle spielen aber die Exportmärkte im Nahen Osten.
Der Handel der Türkei mit der arabischen Welt hat sich in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt, und er soll weiter überproportional wachsen:
Mit Syrien, dem Libanon und Jordanien verhandelt Ankara über die Bildung
einer Freihandelszone. Auch der Handel mit Iran wächst stark – trotz der Uno-Sanktionen.
Das Land ist traditionell der zweitwichtigste Energielieferant der Türkei nach Russland, aber auch ein zunehmend wichtiger Absatzmarkt.
Das erklärt, warum die Türkei jetzt im Weltsicherheitsrat gegen die
neuen Sanktionen votierte.
Im Westen werden die Nahost-Allianzen der Türkei nicht gern gesehen. So warf US-Verteidigungsminister Robert Gates den Europäern vor, die Türkei nach Osten zu treiben, weil sie dem Land in den Beitrittsverhandlungen die kalte Schulter zeigten.

Ein Artikel von Tuerkisjournal Alanya.

www.hanem-immobilien.de