Archiv für Juni 2013

Türkei – “Akil insanlar” werden sie genannt.

8 Juni 2013

Ich wüsste auch nicht, wie man das Wort übersetzen sollte. Es sind Goodwill-Botschafter, die in der Bevölkerung den Frieden, welches jetzt im Lande herrscht, eben dieser Bevölkerung näherbringen und erklären sollen.

Für unsere deutschen Freunde zur Erklärung : In jetzige Regierung hat mit PKK Führer Öcalan ein Deal ausgemacht (geheim). Die PKK zieht sich zurück und legt die Waffen nieder.

Es hat sich rausgestellt, dass viele Oppositionelle mit dem Frieden nicht klar kamen und tod unglücklich wurden. Viele von Ihnen spekulieren, dass die Türkei mal geteilt werden könnte bzw. wird. Nur muss man wissen, dass in der Türkei grundsätzlich spekuliert wird über Dinge, die in der Regel nicht eintreten oder schon immer da waren.
Diese Ruhe im Lande ist nicht gleichzusetzen mit Zufriedenheit. Es gibt sogar Aktivitäten, die Unruhe schüren sollen.
Ich bin einer der alle Parteien kritisiert. Bei der Regierungspartei sind die islamischen Werte im Vordergrund. Mittlerweile gibt es kein Widerstand mehr bei der Bevölkerung. Auch die die dagegen sind, dulden das Ganze. Die Veränderungen, die wir hier täglich erfahren, werden uns in kleinen Dosagen verabreicht und werden ein Teil von uns und letztendlich zur Normalität.
Zustände wie in Iran wird es bei uns nicht geben. Dazu sind wir zu bequem und lieben das, was schon unser ist. Richtige Kapitalisten halt.

Die Opposition wird nur als solches genannt weil sie die Oppositionsbänke im türkischen Parlament besetzen.
Sie leben in ihrer Scheinwelt und glauben eines Tages regieren zu können. Am besten sind sie, wenn sie unter sich sind und sich gegenseitig hochpuschen. Dann sind sie die Größten.

So ist das in der Türkei. Der der regiert ist schlecht, mit Allem was er macht. Nach gesundem Menschenverstand ist das nicht möglich. Auch Schlechte tun gute Dinge. Nein, nicht in der Türkei.

Auch im türkischen Fussball ist das so. Das, was in Wembley passierte, dass Bayern und Dortmund Fans gemeinsam feierten, wäre in der Türkei ein Ding der Unmöglichkeit.
Die Sommerpause im türkischen Fussball spürt man nicht. Die Mannschaften greifen sich gegenseitg an. Manche Vereine machen nicht einmal Transferlisten. Nein, die Transferliste des größten Rivalen ist auch deren Liste. Wer verarbeitet die Liste schneller ab und schnappt sich den einen oder anderen Spieler, nur darum geht es.
Auch die Fussballmannschaften haben ihr Scheinwelt. Besonders intensiv ist dieses Verhalten beim Fussballverein Fenerbahce. Diese sehen sich als eine Art Republik. Ein gewonnenes Spiel gegen den Erzrivalen Galatasaray und schon sind sie die Größten auch wenn der Gegner am Ende Meister wird. Versuchen sie mal einem Fenerbahce Fan zu sagen “wie könnt ihr die Größten sein, wenn der andere Meister geworden ist”. Hoffnungsloses Unterfangen.
In der Türkei sind Menschen, Parteien, Fussballvereine … die Allergrößten. Jeder für sich !

Dr. Ahmet Refii Dener der Gruppe „D Project Türkei“ verfasst

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