Archiv für Januar 2013

Türkei 2020. Eigenversorger. – Und wir importieren nichts mehr!

22 Januar 2013

Wie die Türkei weiter boomen kann und wird, weiß man. Die Energieimporte müssen heruntergeschraubt werden. Und das nicht zu knapp. Die Regierung ist gewillt, alles in Bewegung zu setzen und möglich zu machen, damit die Türkei bis 2020 fast nichts mehr importiert. Damit meine ich die Gesamtimporte. Ich denke, um das Höchstmögliche zu erreichen, muss man das Unmögliche zum Ziel nehmen. Nur so geht es !

Im Weiteren werdet Ihr verstehen, warum man hier von den Importen allgemein spricht und nicht von den Energieimporten, die uns aus dem Gleichgewicht zu bringen drohen. Die Energieimporte machen derzeit ¼ der Gesamtimporte aus. In den ersten 10 Monaten des Jahres 2012 entsprach dies 49,6 Mrd. USD. Die Gesamtimporte beliefen sich in diesem Zeitraum auf 195,8 Mrd. USD.
Die Steigerung der Energieimporte der Türkei begann im Jahre 2000. In den 90er Jahren machten die Energieimporte 10-15% der Gesamtimporte aus. Natürlich spielten die damals noch verhältnismäßig niedrigen Erdölpreise eine gewichtige Rolle. 1998 konnte man sogar miterleben, wie der Anteil der Energieimporte unter 10% der Gesamtimporte fiel. Damit war ab 2000 Schluss. Eigentlich verbraucht die Türkei weniger Erdöl als damals. Die Quote des Erdölanteils an den Energieimporten ist von 40 auf 30% heruntergegangen. Nur wurde diese Lücke durch das Erdgas gefüllt. Da aber die Erdgaspreise mit denen des Erdöls gekoppelt sind, bringt die Senkung des Erdölverbrauchs letztendlich herzlich wenig. Das Energieministerium sieht vor, dass die Türkei 2020 weniger Erdgas benutzen wird. An deren Stelle soll die Braunkohle vorrücken. Bloß ist es so, dass wir auch dieses größtenteils importieren. Trotz großer, vorhandener Reserven im eigenen Lande.

Was die Kernkraftwerke, Wind- und Sonnenenergie dann an Strom zu liefern vermögen, bleibt immer noch weit unter dem, was die Türkei benötigen wird.

Laut Ministerium werden wir 2020, 222,4 Mio. TEP benötigen. 2011 verbrauchten wir 114,5 Mio. TEP*.

Also wird die Türkei 2020 den Energieverbrauch im Vergleich zu heute fast verdoppelt haben.
Nach den Projektionen des Ministeriums wird 2020 weniger Erdgas, dafür mehr Kohle und Braunkohle zum Einsatz kommen. Man geht davon aus, dass die Erdölquote gleich bleibt. Da die Kernenergie erst 2019 in unser Leben eintreten wird, bleibt die Quote an der gesamten Energienutzung im Jahre 2020 bei gerade mal 1%. Das Ministerium geht davon aus, dass der Anteil der Wind- und Sonnenenergie am Gesamtverbrauch im Vergleich das heutige Niveau halten wird. Die Eigenversorgungsquote der Türkei wird weiterhin bei ca. 30% liegen.

Somit wird verständlich, dass die Türkei in der gesamten Bandbreite gegen die Importe allgemein kämpfen muss. Vieles, was wir importieren, soll im Lande produziert (deshalb die Investitionsanreize) werden, damit so die Energieimporte kompensiert werden können. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Deshalb wird die Wirtschaftsmaschinerie immer weiterlaufen. “VOLLE KRAFT VORAUS !”

(*) TEP : Mit TEP drückt man aus, wie viel Tonnen Erdöl dem Stromverbrauch gleichzusetzen wären. 222,4 Mio. TEP = 222,4 Mio. Tonnen Erdöl.

 

Türkei – zum ‘ruhenden Ball’ kommt der ‘ruhende Fussballer’ hinzu

6 Januar 2013

Was haben deutsche Rentner und internationale Fussballstars gemeinsam ?
Beide Gruppen entscheiden sich für die Türkei, wenn es um die Altersruhestätte geht.
Gestern war wieder mal das Derby Galatasaray – Fenerbahce dran. Es wurde von nichts anderem gesprochen. Das Spiel war wieder einmal ernüchternd.

Steinzeitfussball mit internationalen Stars, präsentiert von den 2 teuersten Mannschaften der Türkei. Es gibt nicht nur den ‘ruhenden Ball’ sondern auch den ‘ruhenden Fussballer’. Kaum Bewegung, keinerlei taktische Finesse, nichts !

Man spielt so, wie es kommt. Auch ohne Torhüter hätten beide jeweils 2 Tore mehr geschossen. Übrigens ist das Spiel mit dem Resultat der 1. Halbzeit ausgegangen 2:1 für Galatasaray.
Man muss wissen, dass die internationalen Stars, wenn sie schon über ihrem Zenit sind, in die Türkei kommen und in der Regel mehr kassieren als sie jemals zuvor bekommen haben.
Um einige in die Türkei zu locken, gehen die anatolischen Vereine aus mittel- und ostanatolien soweit, dass sie in die Verträge der ‘noch’ Stars reinschreiben, dass sie 2-4 Tage der Woche in Istanbul verweilen dürfen.

Diese reisen dann nach dem Spiel am Wochende nach Istanbul.

Vormittags Konditionstraining mit einem speziell abgestellten Trainer und Abends highlife in den Bars und Discotheken von Istanbul.

Donnerstag oder Freitag stoßen sie dann zur Mannschaft und werden zu einer verschworenen Gemeinschaft mit dem Team. Wie motivierend das für die restlichen Spieler sein muss, könnt Ihr Euch denken. Genauso, wie in meinem Text unten, so werden die ausl. Spieler pünktlicher bezahlt als die türkischen.

Als Galatasaray wieder einmal Champion wurde kam heraus, dass die Spieler 8 Monate kein Gehalt bekommen hatten. Natürlich nur die türkischen Spieler.

Dr. Ahmet Refii Dener

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