Archiv für Oktober 2012

Die Geschichte der Republik Türkei begann am 29. Oktober 1923

29 Oktober 2012

Die Geschichte der Republik Türkei begann am 29. Oktober 1923 mit deren Ausrufung durch Mustafa Kemal Pascha und der Verlegung der Hauptstadt von İstanbul nach Ankara. Vorausgegangen waren der faktische Zusammenbruch des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg, der türkische Befreiungskrieg und die Absetzung Sultan Mehmeds VI.

Dessen Nachfolger Abdülmecid II. trug nur noch den Titel des Kalifen. Mit seiner Absetzung am 3. März 1924 war die osmanische Dynastie endgültig entmachtet.
Reformen unter Atatürk 1923 bis 1938

Im Laufe seiner Amtszeit führte Atatürk tiefgreifende Reformen im politischen und gesellschaftlichen System durch, die die Türkei in einen modernen, säkularen und am Westen orientierten Staat verwandeln sollten. Im Jahre 1922 wurde das Sultanat abgeschafft und am 29. Oktober 1923 das Kalifat.
Am 20. April 1924 trat eine neue Verfassung in Kraft, durch die unter anderem die religiösen Gerichte abgeschafft wurden. Im Jahr 1925 wurden im Zuge einer Hutreform der Fez (traditionelle türkische Kopfbedeckung der Männer) verboten. Später wurde der Schleier für die Frau verboten und die Koedukation eingeführt. Im selben Jahr wurden sowohl die islamische Zeitrechnung, als auch der parallel verwendete Rumi-Kalender abgeschafft und durch den Gregorianischen Kalender ersetzt. Zudem wurde das metrische System eingeführt.
In den folgenden Jahren wurden ganze Rechtssysteme aus europäischen Ländern übernommen und den türkischen Verhältnissen angepasst. 1926 wurde zunächst das Schweizer Privatrecht mit dessen Quellen — Zivilgesetzbuch und Obligationenrecht — und damit die Einehe, das Scheidungsrecht und die Gleichstellung von Mann und Frau übernommen. Es folgten das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht. Durch Verfassungsänderungen in den Jahren 1928 und 1937 wurden Säkularisierung und Laizismus in der Verfassung verankert und 1928 die Arabische Schrift durch die Lateinische ersetzt.

Am 11. Dezember 1934 bekamen Frauen durch das Gesetz Nr. 2599 das aktive sowie passive Wahlrecht.
Grundlage Atatürks Handelns war die Ideologie des Kemalismus, welcher auf sechs Prinzipien basiert: türkischer Nationalismus, Laizismus, Republikanismus, Etatismus, Revolutionismus und Populismus.
Die Reformen wurden von traditionalistischen Kräften nicht ohne Widerstand hingenommen. So kam es am 13. Februar 1925 zu einem Aufstand der kurdischen Minderheit unter Scheich Said. Sie bildete eine Mischung aus kurdischem Nationalismus und einem Widerstand der Geistlichen gegen die Säkularisierung der Türkei. Der Aufstand wurde wie andere Aufstände durch das Militär gewaltsam niedergeschlagen.
Atatürks Reformen haben einen tiefgreifenden sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Wandel erreicht, der das Land bis heute prägt. Gleichwohl hatte er Elemente des Osmanischen Reiches beibehalten, wie z. B. die autoritäre Staatsführung oder die Vorherrschaft des Militärs und der Beamtenschaft.
Nach dem Tode Atatürks im Jahre 1938 wurde sein Weggefährte İsmet İnönü Staatspräsident. Inönü war bestrebt, die Modernisierung der Türkei fortzuführen und die außenpolitische Neutralität beizubehalten. Er erreichte auf diplomatischem Weg die letzte territoriale Veränderung: Hatay (Sandschak Alexandrette), seit 1920 französisches Mandatsgebiet, wurde 1938 unabhängige Republik und 1939 türkische Provinz (Hauptstadt: İskenderun).
Quelle : Wikipedia

Liebe Leser

26 Oktober 2012

Das Team von Hanem-Immobilien Türkei & International wünscht Euch und Ihnen, Euren und Ihren Familien und Freunden

„Kurban Bayramınız kutlu ve mutlu olsun – Ein gesegnetes Opferfest“

 und eine schöne Zeit im Kreise Eurer und Ihrer Lieben .

 Herzliche Grüße
 Nurgül Şencan

Der Lykische Weg

14 Oktober 2012

Der Lykische Weg im Süden der Türkei bietet Ausblicke auf grandiose Landschaften und spektakuläre Zeugnisse untergegangener Kulturen.

Immer wieder bieten sich entlang des Lykischen Wegs atemberaubende Blicke über Buchten und Strände.

In seinem früheren Leben war Ali Yigit ein Ziegenhirte.
Für Städter-Ohren klingt das vielleicht romantisch, aber der 35-jährige trauert den vergangenen Zeiten kein bisschen nach. Romantik, sagt Ali,
sei schon immer etwas für jene gewesen, die von der herrlichen Natur schwärmen, vom wirklichen Landleben aber keine Ahnung haben.

Heute wohnt Ali Yigit in einem komfortablen Appartement in Kalkan, einem ehemaligen Fischerdorf an der lykischen Küste.
Wie die meisten hier arbeitet er im Tourismusgeschäft.
Durch die obere Dorfhälfte hat sich die breite Durchzugsstraße gefressen, neben dem Verkehrslärm ist dort das Dröhnen von Baumaschinen zu hören.
Kalkan hat sich während der vergangenen Jahre in rasendem Tempo verändert und will scheinbar unaufhaltsam weiter wachsen.

An diesem Morgen begleitet Ali eine Wandergruppe auf dem Lykischen Weg, der auch an Kalkan und Alis einstigem Heimatort Bezirgan vorbeiführt.
Es ist kurz vor neun, die Sonne übergießt die bizarren Felsskulpturen oberhalb des Dorfes mit einem matten Kupferglanz.
An der Uferpromenade streicht ein milder Wind durch die Palmen, draußen in der hufeisenförmigen Bucht blitzen Lichtperlen wie auf einer gigantischen zerbrochenen Spiegelfläche.
Der Weg führt zunächst durch struppiges Macchiagebüsch, dann geht es im Zickzack, eingerahmt von dunklen Zedernwäldern, an einem steilen Bergrücken nach oben.
Würziger Salbei- und Thymianduft erfüllt die Luft ringsum.
Im Unterholz leuchten Anemonen und Veilchen, Bienen und Hummeln torkeln gierig von Blüte zu Blüte.

Der Lykische Weg ist die erste Fernwanderroute der Türkei.
Von Fethiye bis Antalya folgt er über gut 500 Kilometer den uralten Verbindungswegen zwischen den Dörfern.
Wir haben uns einige Tagesetappen zwischen Kalkan und Fethiye vorgenommen.
Dabei geht es abwechselnd durch einsame Gebirgsgegenden und am azurfarbenen Meer entlang.
Überall unterwegs sind die Zeugnisse längst vergangener Kulturen zu sehen.
Trotzdem ist nur wenig bekannt über jenes Volk, dessen Reich sich etwa zwischen dem heutigen Dalyan und Antalya ausdehnte, und von dem der „Likya Yolu“ seinen Namen hat.

Homer berichtet vom hohen Stellenwert der Frauen innerhalb der lykischen Gesellschaft, und so mancher Wissenschaftler vermutet hier ursprünglich eine matriarchalische Gesellschaftsstruktur.
Fest steht, dass sich die Lykier im Jahr 546 v. Chr. den Persern unterwerfen mussten. Ab 190 herrschten die Römer über ihr Land. Der Nachwelt hinterließen sie jene rätselhaften Grabmonumente, an denen heute der Lykische Weg vorbeiführt.
Die bedeutendsten Nekropolen befinden sich in Myra, Xanthos und Tlos, wo prächtig geschmückte Höhlengräber wie Schwalbennester drei- und vierstöckig an den glatten Felswänden kleben.
Hinter einer Senke taucht der Weiler Bezirgan auf.
Die Ansammlung einfacher Bauernhäuser mutet auf den ersten Blick wie ein paradiesischer Flecken inmitten der Alpen an.
Aus bauchigen Steinbrunnen plätschert eiskaltes Quellwasser, knorrige Nussbäume neigen sich weit über die Wegränder herein.
Rund um die kleinen Gehöfte blühen Apfelbäume.
Erst ein genauerer Blick zeigt, dass die ehemalige Sommersiedlung der Hirtennomaden heute kaum noch bewohnt ist.
Doch über einem der Häuser kringeln sich Rauchfahnen, eine Treppe aus grauem Zedernholz führt ins obere Stockwerk.
 
Im Wohnzimmer, das höchstens 10 Quadratmeter misst und in dem offenbar pausenlos der Fernseher läuft, serviert eine Bäuerin das von Ali vorbestellte Mittagessen.
Es gibt pikante Jogurtcreme und yaprak dolmasi, mit Reis gefüllte Weinblätter, dazu selbst gebackenes Fladenbrot.
Die 50-jährige Gastgeberin erzählt von den wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Bergbewohner, die vom Staat kaum Subventionen erhalten, von den Neureichen der touristischen Boom-Orte jedoch als Hinterwäldler verspottet würden.
„Deshalb ist es gut, dass nun der Fernwanderweg durch die Bergdörfer führt, denn so können sich die Bauern ein kleines Zubrot verdienen.“
Am nächsten Tag geht es weiter nach Patara.
Hinter Kalkan zeigt sich der Lykische Pfad von seiner mediterranen Seite.
Er mäandert durch Olivenhaine und über knochentrockene Südhänge, wo die Luft flimmert, nimmermüde Zikaden sägen, und nur ab und an eine Schirmpinie oder eine Steineiche spärlichen Schatten spendet.
Messerscharfe Karstfelsen und dornige Macchiasträucher zwingen zu Umgehungsmanövern.
 
Der Weg folgt dem Küstensaum, dabei offenbart sich immer wieder ein atemberaubender Blick auf aquamarinblaue Buchten und Sandstreifen, die zum Baden einladen.
Der einzige Mensch, dem wir auf unserem Marsch nach Patara begegnen, ist ein Ziegenhirte, der sich gemeinsam mit seinem mageren Hund im Schatten einer Steinmauer ausruht.
Patara gehörte in hellenistischer Zeit zum mächtigen Lykischen Bund, einer Föderation von 23 Städten, deren demokratische Verfassung noch den Gründervätern Amerikas als Vorbild galt.
Geblieben ist davon nur ein weitläufiges Trümmerfeld.
Eine magische Stille schwebt über dem Gelände.
Fettes Gras wächst zwischen Säulenresten, deren funkelndes Weiß blendet in den Augen.
Am Amphitheater hat sich eine Bauernfamilie zum Picknick niedergelassen.

Der Sandstrand hinter der Ruinenstadt wirkt unaufgeräumt, die Winterstürme haben Haufen von Algen und Seegras angeschwemmt, Mückenschwärme tanzen in der Sonne.
Ihre schräg stehenden Strahlen entflammen die weite Sandfläche.
Darüber wölbt sich ein unendlicher Himmel, bis zum Horizont dehnt sich das blaue, wie Meer aus, wie gebügelt wirkt es.
Zum Baden ist es um im Frühling noch zu kühl.
Aber bald werden hier die ersten Sonnenhungrigen ihre Handtücher ausbreiten – mit Blick auf die imposanten Überreste einer antiken Metropole.
Dann wird auch in Patara die neue Saison beginnen.
Anreise: Der günstigste Zielflughafen für Wanderungen am Lykischen Weg ist Antalya. Antalya wird von zahlreichen Fluggesellschaften angeflogen, das umfangreichste Angebot an Linienflügen hat Turkish Airlines

 

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