Archiv für November 2011

50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbe-Abkommen

11 November 2011

50 Jahre deutsch-türkisches Anwerbe-Abkommen, 50 Jahre Gastarbeiter in unserem Land.

Heute feiern Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan einen Festakt im Auswärtigen Amt in Berlin.

Die Begrüßungsworte sprach Innenminister Hans-Peter Friedrich.

„Ich möchte besonders herzlich die Gastarbeiter der ersten Stunde begrüßen.
Dies ist in besonderer Weise heute IHR Tag“, würdigte Friedrich die Ehrengäste.
Viele, die damals nach Deutschland kamen, haben eine enge Beziehung zu unserem Land aufgebaut, so der Minister.

Der türkische Premierminister Erdogan betonte die deutsch-türkische Freundschaft.
Deutschland sei für die Türken heute keine fremde Heimat mehr.

Auf Deutsch sagt Erdogan: „WIR GEHÖREN ZUSAMMEN!“ Zwischenapplaus im Saal.

Die Türkei sei stolz auf Landsleute, die in Deutschland Karriere gemacht haben.
Mit strahlendem Lächeln erwähnt er Mesut Özil, türkischstämmiger Fußball-Nationalspieler:
„Wir sind stolz auf Mesut Özil.
Jedes Tor, das Mesut schießt, freut uns sehr.“

Die Türkei und Deutschland seien in besonderer Weise verbunden.
Jedes Jahr machen rund vier Millionen Deutsche in der Türkei Urlaub, auch das mache ihn stolz, sagte Erdogan.

Die Bundeskanzlerin würdigte die Türken in unserem Land mit den Worten: „Sie haben Deutschland mitgeprägt.“

Doch Merkel sparte auch nicht mit mahnenden Worten und forderte deutsche Sprachkenntnisse, damit Integration erfolgreich sein kann.

Hintergrund:

Im Interview hatte Erdogan gesagt, dass türkische Kinder in Deutschland zunächst die eigene Sprache lernen müssten und dann erst Deutsch.

Merkel:

„Die deutsche Sprache ist für die Integration zwingend!“
Sie sei Voraussetzung für Erfolg – das gelte für alle Migranten, nicht nur für die türkischen.

Am 30. Oktober 1961 schlossen Deutschland und die Türkei eine Vereinbarung über die Vermittlung von Arbeitskräften in die Bundesrepublik.
Heute leben drei Millionen türkischstämmige Menschen in Deutschland.

KRITIK AN DEUTSCHLAND:

Zuvor hatte Erdogan in einem Interview die Integrationspolitik der Bundesregierung scharf kritisiert.

„Die deutsche Politik würdigt die Verflechtung der drei Millionen Türken in Deutschland nicht genug“, sagte der türkische Regierungschef.
Er verlangte von der Bundesregierung, sich „viel mehr“ für einen Beitritt seines Landes zur Europäischen Union einzusetzen.
Eine EU-Mitgliedschaft der Türkei würde die Integration „massiv vorantreiben“.
Zudem sprach er sich dafür aus, allen türkischstämmigen Menschen in Deutschland die doppelte Staatsbürgerschaft zu ermöglichen.

„Wenn ein EU-Land wie Frankreich das schafft, warum kann es Deutschland nicht“, fragte Erdogan.

Er kritisierte weiterhin, dass von Ehefrauen, die aus der Türkei nachkommen, Deutschkenntnisse verlangt werden.
„Es kann doch nicht sein, dass die Liebe junger Menschen per Verordnung nur auf Deutsch funktionieren kann“, beklagte Erdogan.
„Wer Deutschkenntnisse zur wichtigsten Vorrausetzung erklärt, verletzt die Menschenrechte.“

Auch sollten türkische Kinder in Deutschland nach Erdogans Ansicht erst Türkisch und dann Deutsch lernen.

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