Archiv für die ‘Geschichte der Türkei’ Kategorie

Aphrodisias – Antike Stadt im Südwesten der Türkei

2 Februar 2016

An der Ägäisküste, zwischen Aydin und Denizli, liegt die Kultstätte Aphrodisias.

Schon um 5800 vor Christus beteten hier jungsteinzeitliche Bauern zur Muttergöttin um Fruchtbarkeit und Feldfrüchte.

Später dann widmete man diesen Ort der Liebesgöttin Aphrodite und nannte ihn Aphrodisias. Als die Römer im Jahre 74 vor Christus Mithridates von Pontus besiegten, erlebte Aphrodisias seine Blütezeit.

Schon bald florierte dieser Ort als wissenschaftliches, medizinisches und auch künstlerisches Zentrum. Doch langsam schwand der Ruhm und die Stadt wurde später zum türkischen Dorf Geyre. In byzantinischer Zeit wurde der Aphrodite-Tempel zur christlichen Basilika. Der im 1. Jahrhundert nach Christus vollendete Tempel war das Herzstück von Aphrodisias. Als man ihn zur Kirche umbaute, riss man Säulen und Mauern ab und verwendete diese zur Erweiterung. 14 Säulen des Tempels wurden später wieder aufgerichtet und die noch teilweise erhaltenen Kolonnaden stützten einstmals das Hauptschiff der christlichen Basilika. Auf einem steinernen Fundament wurde die gestufte Plattform erbaut und die kannelierten Säulen wurden aus Marmorzylindern hergestellt. Die Kultstatue der Aphrodite stand in der Cella (geschlossene Innenraum) und die Schatzkammer verbarg sich in der westlichen Cella. Das gewaltige Theater der Stadt wurde 27 vor Christus erbaut. Vor den Ausgrabungen des Theaters mussten allerdings die Bewohner, deren Häuser später auf dem Gelände erbaut wurden, umgesiedelt werden. Nur so konnte das sehr gut erhaltene Theater samt Bühnengebäude fast unversehrt freigelegt werden.

200 nach Christus wurde das Theater zu einer Arena für Gladiatorenkämpfe umgebaut. Zudem gab es in Aphrodisias noch ein Stadion, welches zu den besterhaltenen antiken Anlagen seiner Art gehört. Es ist ca. 55m breit und 260m lang und umfasste 30 Sitzreihen. Diese ovale Anlage ist fast komplett von einer Mauer umschlossen.

Auch das Tetrapylon ist eine Sehenswürdigkeit für sich. Dieser einzigartige Torbau besaß ursprünglich vier korinthische Säulengruppen, die teilweise aus blauem Marmor gefertigt wurden. Bei genauerer Betrachtung erkennt man noch die darauf dargestellten Jagdszenen.

In dem sich auch auf dem Gelände befindlichen Museum, werden verschiedene Denkmäler und Statuen ausgestellt. Dies sind Werke der örtlichen Bildhauerschule, welche es schon in der Antike gab. Diese antike Stadt zeigt wieder einmal, welch‘ spektakuläre Sehenswürdigkeiten die Türkei vielerorts zu bieten hat.

Die Lykische Küste

20 November 2013

Die Lykische Halbinsel begeistert mit antiken Städten, verträumten Küstendörfern und den schönsten Stränden der Türkei.

Mustafa drosselt die Geschwindigkeit seines Bootes, lehnt sich über die Reling und schaut auf das flache Wasser. Nur wenige Meter trennen das Boot vom Ufer Kekovas, einer kleinen, der türkischen Südküste nur wenige Hundert Meter vorgelagerten Insel.

„Seht Ihr dort die Ruinen?“, ruft Mustafa seinen Gästen zu. Im glasklaren Wasser sind die Mauerreste und Säulen der „versunkenen Stadt“ gut zu erkennen. Bei einer „Blauen Reise“ kommen Sie hier auch vorbei. Sie sind Jahrtausende alt und gehören zum antiken Dolikhiste. Durch Erdbeben versanken Teile der Insel und mit ihr die Stadt im Meer.

Mustafa fährt das Ufer entlang. Der Geruch von Thymian und Lorbeer vermischt sich mit der salzigen Meeresluft. Immer wieder weist Mustafa auf Gebäudereste hin. Sogar der antike Hafen ist deutlich in zwei Meter Tiefe zu erkennen.

Nun driftet Mustafa ab und schippert einigen aus dem Wasser ragenden Sarkophagen entgegen, die sich an der nahen Festlandküste bei Kaleköy befinden. Kaleköy ist ein türkisches Küstendörfchen wie aus dem Bilderbuch, was daran liegen mag, dass man es nur per Boot oder zu Fuß erreicht. Über dem Örtchen erhebt sich das antike Simena, dessen Festungsanlage von der untergehenden Sonne in ein sanftes Licht gehüllt wird.

In der Nähe sucht Mustafa eine kleine, einsame Bucht zum Übernachten auf. Das Meer ist jetzt ganz still. Immer wieder strecken Meeresschildkröten ihre Köpfe aus dem Wasser, als wollten sie schauen, wer sich dort in ihrer Bucht breitmacht. „Das sind unechte Karettschildkröten. Die stehen unter Schutz und existieren schon seit über 100 Millionen Jahren“, sagt Mustaf, der gerade mit frisch aufgebrühtem Tee an Deck kommt.

Idylle statt Bettenburgen

Während die Gäste bei orientalischen Klängen den romantischen Sonnenuntergang genießen, bereitet Yusuf in der kleinen Bootsküche frischen Fisch, Tomatensalat, Oliven und Fladenbrot fürs Abendessen vor. „Ist das nicht ein Traum? Das ist der vielleicht schönste Ort in der gesamten Türkei“, sagt Yusuf nach dem Essen, zündet sich genüsslich eine Zigarette an und schaut in den klaren Sternenhimmel.

An solch einem idyllischen Ort ist es nur schwer vorstellbar, dass sich gerade einmal eine Autostunde entfernt Zigtausende Touristen an der Türkischen Riviera in All-Inclusive-Hotels und am Strand liegen. Neben der teils felsigen Küste der Lykischen Halbinsel verhinderten auch die unzähligen antiken Ruinenstädte aus griechischer und römischer Zeit sowie die geschützten Meeresschildkröten, dass hier viele Strände, Dörfer und Buchten mit Massenhotels zugebaut wurden.

Ein Beispiel hierfür ist der kleine Ort Cirali. Statt großer Hotelkomplexe wie im nahen Kemer reihen sich hier inmitten von Orangen- und Zitronenhainen kleine Herbergen am Strand auf.

Wanderung zu den Feuerfeldern

Die meisten Besucher kommen zum Entspannen. Hier scheinen die Uhren stehengeblieben zu sein. Nachts wandern viele mit Taschenlampen bewaffnet über einen steilen und steinigen Pfad zu den berühmten Feuerfeldern von Chimaira auf 250 Meter Höhe hinauf. Es handelt sich um kleine Erdlöcher, aus denen permanent Feuer austritt. Der Blick aufs Meer ist von hier oben traumhaft, und das Feuer verbreitet eine romantische Atmosphäre. Heute weiß man, dass die Flammen von Erdgasen genährt werden. Doch in der Antike ging man davon aus, das Feuer stamme von einem feuerspeienden Ungeheuer, der Chimäre, das tief im Olympos haust.

Viele Wanderer erklimmen tagsüber die „Höhle des Monsters“, den 2300 Meter hohen Olympos-Berg. Andere Tagesausflügler nehmen die völlig überteuerte, aber schnelle Gondel, um die beeindruckenden Panoramablicke vom Gipfel zu genießen.

Traumstrand mit Ruinen

Olympos heißt auch die lange Zeit völlig vergessene antike Ruinenstadt aus dem 2. Jahrhundert nach Christus, die sich überwuchert von Schlingpflanzen und Bäumen spektakulär an einem kleinen Fluss hinter dem Strand von Cirali ausbreitet. Ein Traumstrand wie der fast 14 Kilometer lange Strand von Patara wäre ebenfalls schon längst mit Hotels und Restaurants zugepflastert, würden sich hier keine antiken Ruinen befinden oder die Schildkröten nicht jeden Sommer hier am Stand ihre Eier legen. So gibt es nur wenige kleine, aber traumhaft ruhige Pensionen und Restaurants, in denen es vorkommen kann, dass die Speisekarte im Gegensatz zur türkischen Riviera um Antalya nicht in Deutsch geschrieben ist.

Direkt hinter dem vollkommen unverbauten Strand, der zu den schönsten der Türkei zählt, liegen in einer gigantischen Dünenlandschaft versteckt die Ruinen des antiken Patara, einst eine der wichtigsten Städte im Lykischen Bund. Ein riesiges Amphitheater, römische Therme, Salzlager, ein Triumphbogen, Säulengänge und das erst vor kurzem wieder aufgebaute Parlamentsgebäude der Lykier bezeugen noch heute die große Bedeutung Pataras.

Hier befand sich sogar ein Apollon-Heiligtum mit einem in ganz Kleinasien bekannten Orakel, dem später aber das Orakel von Delphi den Rang streitig machte. Wer zum Strand möchte, muss an all den antiken Sehenswürdigkeiten vorbei.

Der Heilige Nikolaus von Patara

Bekannt wurden Patara und seine Umgebung auch durch den Heiligen Nikolaus, der aus Patara stammen und als Bischof im nahen Myra im 3. Jahrhundert viele Wunder gewirkt haben soll. In Demre, dem damaligen Myra, kann man heute neben antiken Felsengräbern noch seine alte Bischofskirche mit ihren beeindruckenden Fresken bewundern.

Früher lag Patara direkt am Meer, und war eine wichtige Hafenstadt. Der Apostel Paulus kam mit dem Schiff von Palästina nach Patara und verweilte hier eine Zeit lang während seiner Missionsreise nach Kleinasien und Europa. Doch die riesigen Wanderdünen versandeten den Hafen, die Stadt verlor ihre Bedeutung und wurde im 15. Jahrhundert von den Lykiern aufgegeben.

Die Lykier fielen unter Alexander dem Großen unter griechischen und unter den Kaisern Claudius und Hadrian unter römischen Einfluss. Davon zeugen auf der Lykischen Halbinsel heute noch imposante Ruinenstädte wie Termessos, Phaselis, Olympos, Xanthos oder Letoon.

Die Totenstadt Termessos

Auf fast 1000 Meter Höhe liegt mitten im Güllük Dagi Nationalpark die sagenumwobene Totenstadt Termessos. Kaum ein antikes Amphitheater dürfte solch spektakuläre Panoramablicke auf die Berge und die Küste Antalyas bieten wie die Theaterruinen von Termessos. Nicht weniger beeindruckend sind die rund 1000 über die Hänge und Felsen verteilten antiken Sarkophage. 334 vor Christus soll Termessos tagelang vergeblich von Alexander dem Großen belagert worden sein. Warum die Stadt verlassen wurde, weiß man nicht mit Sicherheit.

Während man hoch hinaus muss, um die Ruinen der antiken Totenstadt zu bestaunen, schwimmt man in Phaselis einfach über sie hinweg. Immer wieder entdeckt man beim Schwimmen und Schnorcheln im alten Hafen der antiken Ruinenstadt historische Gebäudereste und Säulen im glasklaren Wasser. Das gut erhaltene Aquädukt, eine antike Prachtstraße, ein Amphitheater sowie eine Agora mit einem Stadttor für Kaiser Hadrian reichen im Pinienwald bis an den Kieselstrand heran.

Einer der schönsten Küstenabschnitte Lykiens

Historische Gebäude findet man auf der Lykischen Halbinsel sogar noch in den modernen Küstenstädtchen selber. In den engen Gassen des idyllischen Hafenstädtchens Kas sind ein großer Sarkophag und Fundamente eines antiken Tempels perfekt in das Ensemble kleiner Boutiquen und Fischrestaurants integriert.

Viele Touristen machen Kas zu ihrer Basis, um von hier aus Tagesausflüge wie zur Kaputas-Bucht zu unternehmen. Der schneeweiße Strand mit seinem türkisblauen Wasser gehört neben dem leider vollkommen überlaufenen Ölüdeniz-Strand zu den schönsten Küstenabschnitten Lykiens. Viele Touristen zieht es auch ins Hinterland in die Saklikent-Schlucht. Mehrere Kilometer lang ist die schmale Schlucht, die man durch eiskaltes Wasser durchwandert. Je tiefer man in die Schlucht kommt, desto beeindruckender ist sie. An einigen Stellen ragen die Felswände bis zu 300 Meter in die Höhe, sind aber nur etwa zwei Meter voneinander entfernt.

Zu Besuch in der Geisterstadt

„Die Saklikent-Schlucht ist wirklich beeindruckend. Noch spannender finde ich aber Kayaköy. Dieser Ort hat etwas ganz Besonderes“, verrät uns Mustafa und Yusuf. Was Sie damit meinen, wird schnell klar:

Kayaköy ist eine Geisterstadt.

Die ehemaligen Bewohner waren in der Mehrheit Griechen und mussten die Türkei nach dem Ersten Weltkrieg schlagartig verlassen. Etwas Trauriges, aber gleichzeitig auch Einnehmendes liege in der Stille und Leere, die in den verlassenen Gassen und Häusern der Geisterstadt zu spüren sei, sagt unsw Yusuf. Nun hört er auf zu erzählen und schließt die Augen. Ganz ruhig liegt sein Boot in der einsamen Bucht nahe der „versunkenen Stadt“ Kekova. Nur die gelegentlich auftauchenden Meeresschildkröten sind noch zu hören, bevor die Gäste von Mustaf’s Geschichten über den Heiligen Nikolaus und Feuer spuckende Chimären träumen.

Türkei mit neuer UNESCO Weltkulturstätte

9 April 2013

Alle guten Dinge sind elf.

Neben den zehn bereits ausgezeichneten türkischen Weltkulturstätten hat die UNESCO kürzlich (2012) die neolithische Siedlung Çatalhöyük auf ihre Weltkulturerbeliste aufgenommen.
Die Siedlung in Süd-Anatolien in der Nähe von Konya, die in den späten 1950er Jahren entdeckt wurde, gilt als ein wichtiges Beispiel für die Übergangszeit, in der sich Dörfer in urbane Zentren wandelten.
Çatalhöyük zeigt 18 Phasen jungsteinzeitlicher Inbesitznahme und außerdem verschiedene Praktiken aus der Kupferzeit.
Zudem zeugen mehrere dicht beieinander stehende neolithische Häuser mit Dächern, die sowohl als Türen als auch als Fenster genutzt wurden, von der kulturellen Bedeutung des Ortes.
Es hat den Anschein, dass die früheren Bewohner durch das Flachdach und dann über eine Leiter in das Innere der Gebäude gelangt seien.
Zu den spektakulärsten archäologischen Funden gehören Malereien und Wandreliefs an den Innenwänden einzelner Häuser.
Zu bestaunen gibt es Abbildungen von Stierschädeln und –hörnern, sich gegenüberstehende Leoparden, Teile von Wildtieren wie Eberhauer, Fuchs- und Wieselzähne oder Geierschnäbel und vieles mehr.

Die Auszeichnung von Çatalhöyük als Weltkulturerbe erfolgte durch das Welterbekomitee.
Seine 21 Mitglieder sind Staatenvertreter, die alle Kontinente und Kulturkreise repräsentieren.
Voraussetzung für die Aufnahme in die Welterbeliste ist die Einzigartigkeit und Authentizität der Stätten.

Neben Çatalhöyük gehören folgende Standorte in der Türkei zum UNESCO Welterbe:

•Historische Bereiche von Istanbul (1985)
•Nationalpark Göreme und Felsendenkmäler von Kappadokien (1985)
•Große Moschee und Krankenhaus von Divriği (1985)
•Ruinen von Hattusa (1986)
•Monumentalgrabstätte auf dem Nemrut Dağ (1987)
•Ruinen von Xanthos mit dem Heiligtum der Latona (1988)
•Antike Stadt Hierapolis-Pamukkale (1988)
•Altstadt von Safranbolu (1994)
•Archäologische Stätte von Troja (1998)
•Selimiye-Moschee in Edirne (2011)

Weitere Informationen finden Sie unter www.unesco.de.

Die Geschichte der Republik Türkei begann am 29. Oktober 1923

29 Oktober 2012

Die Geschichte der Republik Türkei begann am 29. Oktober 1923 mit deren Ausrufung durch Mustafa Kemal Pascha und der Verlegung der Hauptstadt von İstanbul nach Ankara. Vorausgegangen waren der faktische Zusammenbruch des Osmanischen Reiches im Ersten Weltkrieg, der türkische Befreiungskrieg und die Absetzung Sultan Mehmeds VI.

Dessen Nachfolger Abdülmecid II. trug nur noch den Titel des Kalifen. Mit seiner Absetzung am 3. März 1924 war die osmanische Dynastie endgültig entmachtet.
Reformen unter Atatürk 1923 bis 1938

Im Laufe seiner Amtszeit führte Atatürk tiefgreifende Reformen im politischen und gesellschaftlichen System durch, die die Türkei in einen modernen, säkularen und am Westen orientierten Staat verwandeln sollten. Im Jahre 1922 wurde das Sultanat abgeschafft und am 29. Oktober 1923 das Kalifat.
Am 20. April 1924 trat eine neue Verfassung in Kraft, durch die unter anderem die religiösen Gerichte abgeschafft wurden. Im Jahr 1925 wurden im Zuge einer Hutreform der Fez (traditionelle türkische Kopfbedeckung der Männer) verboten. Später wurde der Schleier für die Frau verboten und die Koedukation eingeführt. Im selben Jahr wurden sowohl die islamische Zeitrechnung, als auch der parallel verwendete Rumi-Kalender abgeschafft und durch den Gregorianischen Kalender ersetzt. Zudem wurde das metrische System eingeführt.
In den folgenden Jahren wurden ganze Rechtssysteme aus europäischen Ländern übernommen und den türkischen Verhältnissen angepasst. 1926 wurde zunächst das Schweizer Privatrecht mit dessen Quellen — Zivilgesetzbuch und Obligationenrecht — und damit die Einehe, das Scheidungsrecht und die Gleichstellung von Mann und Frau übernommen. Es folgten das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht. Durch Verfassungsänderungen in den Jahren 1928 und 1937 wurden Säkularisierung und Laizismus in der Verfassung verankert und 1928 die Arabische Schrift durch die Lateinische ersetzt.

Am 11. Dezember 1934 bekamen Frauen durch das Gesetz Nr. 2599 das aktive sowie passive Wahlrecht.
Grundlage Atatürks Handelns war die Ideologie des Kemalismus, welcher auf sechs Prinzipien basiert: türkischer Nationalismus, Laizismus, Republikanismus, Etatismus, Revolutionismus und Populismus.
Die Reformen wurden von traditionalistischen Kräften nicht ohne Widerstand hingenommen. So kam es am 13. Februar 1925 zu einem Aufstand der kurdischen Minderheit unter Scheich Said. Sie bildete eine Mischung aus kurdischem Nationalismus und einem Widerstand der Geistlichen gegen die Säkularisierung der Türkei. Der Aufstand wurde wie andere Aufstände durch das Militär gewaltsam niedergeschlagen.
Atatürks Reformen haben einen tiefgreifenden sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Wandel erreicht, der das Land bis heute prägt. Gleichwohl hatte er Elemente des Osmanischen Reiches beibehalten, wie z. B. die autoritäre Staatsführung oder die Vorherrschaft des Militärs und der Beamtenschaft.
Nach dem Tode Atatürks im Jahre 1938 wurde sein Weggefährte İsmet İnönü Staatspräsident. Inönü war bestrebt, die Modernisierung der Türkei fortzuführen und die außenpolitische Neutralität beizubehalten. Er erreichte auf diplomatischem Weg die letzte territoriale Veränderung: Hatay (Sandschak Alexandrette), seit 1920 französisches Mandatsgebiet, wurde 1938 unabhängige Republik und 1939 türkische Provinz (Hauptstadt: İskenderun).
Quelle : Wikipedia

www.hanem-immobilien.de