Der Tourismus in der Türkei?

9 Januar 2018 von Bernd Dittmann Kommentieren »

Sommer 2016:

Nach einer Reihe von Anschlägen und dem gescheiterten Putschversuch ging die Zahl der ausländischen Gäste in der Türkei dramatisch zurück.
Auch 2017 verbesserte sich die Situation kaum.
Präsident Recep Tayyip Erdogan regiert mit harter Hand, ließ tausende Menschen ins Gefängnis sperren.
Immer wieder wurden auch Deutsche verhaftet – mittlerweile sind es mehr als 50.

Wie hat sich die Situation auf den Tourismus in der Türkei 2017 ausgewirkt?

vorerst ohne Happy End.

Volle Straßen in den türkischen Urlaubsorten gab es im Früh- und Spätsommer

Das Jahr startete für die Türkei verheerend: Zwischen November 2016 und Januar 2017, also in der klassischen Frühbucher-Phase, stellte der Deutsche Reiseverband ein Minus von katastrophalen 58 Prozent fest.

Im Frühsommer gab es ein kurzes Aufatmen: Kurz sah es so aus, als würde sich der Türkei-Tourismus erholen. Laut Tourismus-Ministerium kamen im April 2017 2,44 Mio. Ausländer in die Türkei, das waren 18,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat.

Hauptgrund für den Aufwärtstrend war das Ende der russisch-türkischen Spannungen. Die Zahl der russischen Besucher verfünffachte sich fast, nachdem Moskau und Ankara ihren Streit beilegten und die Charterflüge wieder aufgenommen wurden.

Auch Ende des Sommers lief es dann noch einmal besser für die Türkei. Grund waren die Last-Minute-Schnäppchen. Die hatten ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und dazu noch so gute Verfügbarkeiten, dass die Türkei zeitweise sogar zum meistgebuchten Ziel im Kurzfrist-Bereich wurde.

Doch auch das reichte nicht aus, um den generellen Buchungsrückgang auszugleichen.


Die Türkei ist der große Verlierer

Jetzt, Ende 2017, ist von den kurzen Erholungen nichts mehr zu spüren. Auf der Jahrestagung des Deutschen Reiseverbandes (DRV) war erneut von einem zweistelligen Minus bei den Buchungen die Rede. Im Vergleich zu 2015 hat sich die Anzahl der Gäste laut Einreisezahlen des Landes fast halbiert.

Nicht nur die Buchungen sprechen eine klare Sprache – auch die Haltung gegenüber der Türkei hat sich drastisch verschlechtert. Galt es vor einigen Jahren noch neben Spanien und Italien als Klassiker für den Mittelmeerurlaub, haben heute immer mehr Deutsche bedenken.

Einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK im Auftrag der Hamburger BAT-Stiftung für Zukunftsfragen zufolge empfinden nur noch fünf Prozent der Deutschen die Türkei als sicheres Reiseland. „Statt Sonne, Strand und Meer ist Sicherheit zu dem entscheidenden Faktor auf Reisen geworden”, sagte der wissenschaftliche Leiter der Studie, Ulrich Reinhardt.

Anstelle einer Sonnengarantie werde die Garantie der Sicherheit über die künftig beliebtesten Urlaubsziele entscheiden.

Dennoch betont Torsten Schäfer vom DRV: „Die Türkei ist, trotz der Rückgänge, immer noch eines der beliebtesten Flugurlaubsziele der Deutschen. Zudem sind die Erwartungen für nächstes Jahr wieder etwas optimistischer: Die deutschen Veranstalter berichten derzeit uni sono von einer wieder steigenden Nachfrage nach Urlaub in der Türkei für das kommende Jahr.”

Wie es mit dem Tourismus in der Türkei im kommenden Jahr wirklich weiter geht, wird sich aber erst in den nächsten 12 Monaten zeigen …

Ich selber fliege schon seit jahren, zweimal im Jahr in die Türkei und kann keinen Unterschied, zu frührer feststellen. Viel ist auch Panikmacherei.

 

PS.: TUI hat sein Angebot für die Türkei erhöht, wegen der Nachfrage.

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